Samstag, 25. Juni 2016

Krakau und Co.

"Geht um Mitternacht in Krakau spazieren, lasst die Stadt zu dieser späten Stunde auf euch wirken. Sie hat dann einen ganz besonderen Charme, wenn die Tagestouristen weg sind." Diesen Rat gab uns der freundliche Zimmervermieter in Auschwitz, als wir uns von ihm verabschiedeten.

Die Weichsel

Neuer Radweg auf dem Weichseldamm

Die Landschaft zwischen den beiden Städten ist eine Mischung aus Elberadweg, Allgäu und Schwäbischer Alb, dazu noch mit einer Prise Schönbuch gewürzt. Abgesehen von den immer wiederkehrenden Anstiegen, die uns zunehmend ermüden, gefällt es uns sehr gut hier. Meist radeln wir ohne nennenswerten Autoverkehr, manchmal sogar auf speziellen Radwegen. So führt beispielsweise ein Fernradweg von Wien nach Krakau.

Krakaus Postkartenansicht, der Wawel


Wir möchten Krakau besser kennen lernen und mieten daher ein Zimmer füt zwei Nächte und haben so Zeit, die Altstadt zu besichtigen.

Krakau

Altes jüdisches Viertel in Krakau



Doch unsere Tour geht ja weiter. Bis nach Tschenstochau sind noch einige Höhenmeter und diverse Abenteuer zu bewältigen. Wobei die Abenteuer eher Pfadfindereien sind. Immer wieder verlieren wir nämlich die Route und kämpfen uns dann durch Wald und Feld wieder zurück auf den richtigen Weg. Das wäre eigentlich keine Erwähnung wert - wenn der Regen nicht gewesen wäre...

Schwein gehabt...



Mit dem Wetter haben wir ja Glück, seit Prag hatten wir nur einen Schauer tagsüber, den wir in einer Pizzeria abwarteten. Der größere Regen kam in der Nacht und störte daher nicht. Zunächst. Denn als wir unsere Räder nun pfadsuchend durch den Wald schoben, sammelte sich immer mehr Dreck und Matsch an Felgen, Bremsen und Reifen. Was für eine Schinderei!


Doch wir konnten die Räder zumindest wieder fahrtüchtig machen und gelangten unbeschadet zur Schwarzen Madonna von Tschenstochau.

Ankunft in Tschenstochau


Der polnische Papst

Die berühmte Schwarze Madonna von Tschenstochau

Quizfrage für unsere intelligenten Blogleser: Was verbirgt sich hinter dem außerirdisch anmutenden Komplex. Eine abgeschottete Teststation für künftige Mars-Astronauten? Wir wissen es bislang selbst noch nicht. Also, bitte anstrengen ☺


Sonntag, 19. Juni 2016

Unglaublich...

...und unfassbar, was Menschen ihren Mitmenschen antun können. Zwischen 1,1 bis 1,6 Millionen Menschen ließen dort ihr Leben. Der Besuch in Auschwitz und in Birkenau ist bedrückend. Allein die schiere Größe der Anlagen, vor allem Birkenaus, erschaudert.

Auschwitz

Jeweils 600 bis 1000 Menschen mussten in 28 solcher Blocks "leben" 

Die Anlagen waren gut gesichert

Das alte Krematorium

An dieser schwarzen Wand wurden tausende "Häftlinge" erschossen

Kurz vor uns muss Thüringens Ministerpräsident hier gewesen sein

Birkenau

Die Züge fuhren direkt auf das Lagergelände

Ein Waggon steht noch an der berüchtigten Rampe

Nur noch wenige Lagerbaracken sind erhalten

Auch hier wurde streng bewacht

In Birkenau wurden viele der Baracken zerstört. Aber die Ruinenfelder zeigen immer noch das gewaltige Ausmaß des Lagers.

Wenn wir dann noch Parolen heutiger Zeitgenossen aus dem Umkreis von Pegida und Co. hören, wird uns ganz schlecht. Wie wenig haben solche Leute aus der deutschen Vergangenheit gelernt?

Donnerstag, 16. Juni 2016

Polen : Deutschland

Das wird spannend werden, heute Abend! Bei der Fußball-EM spielt Deutschland gegen Polen. Und wir wollen uns das hier in Oświęcim anschauen. Seit gestern sind wir in Polen unterwegs und können beobachten, wie die Einheimischen bereits gespannt auf den Abend warten. Polnische Fahnen wehen an Autos, hängen an den Häusern oder auch schon mal am Gartenzaun.

Supermarkt in Polen
Die Etappe in Tschechien beendeten wir beim ersten Regenschauer unserer Reise, doch das Essen in der Pizzeria, die wir rechtzeitig erreichten, war köstlich. Wir sind sicher, dass Tschechien ein prima Reiseland ist und dass wir sicher wieder einmal herkommen werden.

In Tschechien radeln wir oft in der Natur
Doch nun wartet Polen darauf, von uns entdeckt zu werden.

In Tschechien
Ostrava
Manchmal ist es hügelig
Gartenzaun einer Schule
In Polen
Pits Wald?
Holzkirche gleich nach der Grenze
Nachtplatz im Wald

Sonntag, 12. Juni 2016

Ist drinnen alles draußen?

Diese Frage kann man nur im schwäbischen Dialekt verstehen - und dann auch nur, wenn man den Zusammenhang kennt... Heute früh kam diese Frage von Pit, als wir unser Zelt abbauen wollten. Ich war eben heraus geklettert und nun sollte es ans Abbauen gehen. Und da sollte dann schon alles ausgeräumt sein!

Camp direkt am See

Wir hatten an einem idyllischen See in der Nähe von Litovel übernachtet, inmitten von Anglern, die hier ebenfalls ihre Zelte aufgeschlagen hatten und bei reichlich Bier offensichtlich auf einen guten Fang warteten. Das Wasser im See ließ jedenfalls auf einen guten Fischbestand schließen, für uns lud es zu einer Schwimmrunde ein.

Als wir dann am Abend vor unserem Zelt sitzen stellen wir wieder einmal fest: tschechisches Brot schmeckt gut, tschechisches Bier aber auch! Beides testen wir täglich, um diese Aussagen verifizieren zu können. ☺

Zwei Kiwis bei Kafka

Seit wir Prag verlassen haben, müssen wir uns langsam an die Anforderungen des Radlerlebens gewöhnen. Vor allem die Anstiege plagen noch recht heftig, obwohl wir eher im flachen Teil Tschechiens unterwegs sind. Da spürt man jedes Gramm, das auf das Fahrrad gepackt ist und den Hügel hoch gebracht werden will. Unsere Beine haben sich noch nicht so richtig mit dieser Situation abgefunden, aber es wird täglich besser!
Beste Radwege

Ruhige Straßen

Interessante Orte

Meist führt unsere Route durch viel Natur und über verkehrsarme Straßen oder sogar auf autofreien Radwegen. Und häufig taucht gerade dann ein Lokal oder eine Biergarten auf, wenn uns nach einer Pause ist. Wir passieren bekannte und weniger bekannte Orte wie Kolín, Pardubice, Kladruby oder Lanškroun. Inzwischen sind wir in Olomouc (Olmütz) angelangt, einer Stadt, die historischen Filmen als Kulisse dienen könnte. Prächtig restaurierte Gebäude und Sakralbauten bieten ein wunderschönes Stadtpanorama.

Impressionen aus Olomouc (Olmütz)

Ich glaube, wir können uns an das Reiseland Tschechien gewöhnen!

Farbenspiel entlang der Strecke

Kunst am Bau

Pardubice

Triathlon auf tschechisch...

Litovel

Die Beiden sind mit dem Tandem unterwegs

Olomouc


Montag, 6. Juni 2016

Es geht los...

Ja, morgen beginnt für uns der Ernst des Reiseradlerlebens - wir werden uns auf unsere Drahtesel schwingen und gen Osten radeln.

Prags Postkartenansicht

Seit Sonntag sind wir bereits in Prag, um uns mit unseren Verwandten aus NZ zu treffen. Gemeinsam erkundeten wir die herrliche Stadt an der Moldau und testeten natürlich auch das tschechische Nationalgetränk, das Bier.

Die historische Altstadt

Für einen "richtigen" Blogeintrag bleibt leider keine Zeit. Deshalb dieser kleine Zwischenbericht...  ;-))

30 verschiedene Biersorten vom Fass kann man hier testen

Samstag, 7. Mai 2016

Reiseroute 2016

Wir haben ein neues Reiseziel, es ist quasi die Fortsetzung vom letzten Jahr. Da sind wir ja auf dem Paneuroparadweg von Paris nach Prag geradelt. Dieses Jahr werden wir dort beginnen und voraussichtlich die unten stehende Route fahren:

Radreise OsteuropaStepMapRadreise Osteuropa

Vielleicht radeln wir auch auf einer Alternativroute. Das kommt darauf an, wie schnell wir uns der Grenze zu Weißrussland nähern. Diese Route könnte dann so aussehen:


Osteuropa-Radreise 2016StepMapOsteuropa-Radreise 2016